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Reinhard Bernhof: Mein philosophisches Pferd

Vom Reiten bin ich weit entfernt. Kein Blashorn im Spiel, kein HundegebellSaß noch nie auf dem Rücken eines PferdesBin auch kein Bereiteranwärter. Will nicht thronen. Gehe lieberneben dem Pferd her                                                bis zum Waldessaum und zurück Manchmal bleibt es stehn: Hier will ich nicht Oh, sein tiefes Schwarzbraun bis zur SchweifrübeRot oder Gold: unsporniert, so schön…

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Aini Teufel: Sonni

Der erste Tag im Juni. Kindertag, internationaler, im sechsten Jahr nach Deutschlands Vereinigung. Menschengewimmel auf Dresdens Prager Straße. Viele Kinder. Man reicht ihnen bunte Luftballons, Fahnen, Blumen aus Papier. Die Kleinen, herausgeputzt nach Neufünfland-Art, hüpfen dankbar in der ungewohnt hellen Sonne. Dann und wann knallt ein Ballon, dann und wann fliegt ein Ballon, jemand kreischt,…

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Nils Müller: Mit den Füßen im Schlamm und mit dem Kopf in den Sternen

Der Olivenbaum liebt mit seinem Herzen aus Feuer –man sieht nur sein Vertrauen in die Wunder ausAufbruch und Abbruchzwischen den Wintern. Und dem Himmel zugewandtqualmt und dampftAstrids Tristesse.Der Gärtner gibt nun Lichtblickeauf ihre Schatzkammer im Nebel frei. Balsam für die unvernarbte Wundedes Psychopathen ist es,Gottes bunter Vogel zu sein.Zunehmend fremdverstoßen ihndie Werkzeuge im Kopfwie einen…

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Wolfgang Eckert: Die Einsamkeit der Wörter

Neulich kam mir Spitzwegs Gemälde vom armen Dachkammerpoeten vor Augen und ich erkannte an seiner Haltung beim Schreiben sofort, dass ich ein Nachfolger von ihm bin. Es gibt kein besseres Bild, dass so von der stillen Leidenschaft des Schriftstellers zeugt. Oh, sei gegrüßt, Kollege meiner Zunft! An jenem Tag bist du von einer Wanderung in…

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Diana Feuerbach: Ich schau den Wolken nach, die ziehen

Ich schau den Wolken nach, die ziehenund hör dem Wind beim Singen zu.Ich bin dabei, mich zu verlieben:in Mußestunden – Ich und Du. Ich möchte immerfort nur träumenvon Meeresmuscheln, Sandgestirn.Dass Du mir bleibst, das will ich meinen,ganz dicht am Herzen, nah und fern. Diana Feuerbach ist Autorin und Übersetzerin. Die Absolventin des Deutschen Literaturinstituts hat…

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